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Eine Hand schreibt mit Kreide auf eine Tafel die Worte "Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz!"

Gefährdungsbeurteilung

Gesetzliche Pflichten des Arbeitgebers

Arbeitgeber sind nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet, für alle Arbeitsplätze eine angemessene Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und nach § 6 ArbSchG zu dokumentieren. Diese Verpflichtung gilt für alle Betriebe unabhängig von der Beschäftigtenzahl.

Gefährdungsbeurteilungen dienen dem Erkennen, Bewerten und Beseitigen der Ursachen von Arbeitsunfällen und Gesundheitsbeeinträchtigungen bei bzw. infolge der beruflichen Tätigkeit.

Die auf Grundlage der aktuellen Gegebenheiten eines Arbeitsplatzes erstellte Gefährdungsbeurteilung bildet die rechtliche Absicherung des Arbeitgebers im Falle eines Arbeitsunfalls oder beim Auftreten arbeitsbedingter Erkrankungen.

Die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte Internetseite Gefährdungsbeurteilung unterstützt Unternehmen bei der Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung. Sie bietet Grundlagen- und Expertenwissen sowie Handlungshilfen.

Weitere Informationsquellen

Arbeitsschutzgesetz 

Gefährdungsbeurteilung - Erklärfilm

Handlungshilfen zur Gefährdungsbeurteilung
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Biologische Gefährdungen

Maßnahmen zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten vor Gefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe regelt die Biostoffverordnung (BioStoffV). Sie soll sowohl Beschäftigte vor Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Biostoffen oder im Gefahren­bereich von biologischen Arbeitsstoffen schützen, aber ebenso ehrenamtlich Tätige, welche mit Biostoffen in Kontakt kommen, oder Personen, die sich während der Durchführung anderer Tätigkeiten im Gefahrenbereich von Biostoffen aufhalten müssen.

Weiterhin sollen in Laboratorien, in der Versuchstierhaltung oder in der Biotechnologie zusätzlich andere Personen geschützt werden, die bei Versagen einer Einschließungs­maßnahme oder der Verschleppung von Biostoffen gesundheitlich gefährdet werden können. Bei solchen „anderen Personen“ kann es sich bspw. um Passanten, Besucher oder externe Dienstleister handeln.

Die Gefährdungsbeurteilung ist für Arbeitgeber der erste Schritt, um zu ermitteln, ob bzw. welche Personengruppen bei der Durchführung von Tätigkeiten mit Biostoffen gesundheitlich gefährdet sein könnten.

Aber was sind Biostoffe?

Biostoffe sind Mikroorganismen, Zellkulturen und Endoparasiten einschließlich ihrer gentechnisch veränderten Formen, Zu ihnen zählen auch mit Transmissibler Spongiformer Enzephalopathie (TSE) assoziierte Agenzien, die den Menschen durch Infektionen, übertragbare Krankheiten, Toxinbildung, sensibilisierende oder sonstige, die Gesundheit schädigende Wirkungen gefährden können.

Darüber hinaus wurden bestimmte Ektoparasiten und technisch hergestellte biologische Einheiten den Biostoffen gleichgestellt.

Bei welchen Tätigkeiten mit Biostoffen können Beschäftigte, ehrenamtlich Tätige oder andere Personen gesundheitlich gefährdet werden?

Hierunter fallen beispielsweise Tätigkeiten im Gesundheitsdienst und der Wohlfahrtspflege, insbesondere bei der Betreuung, Behandlung und Pflege von Menschen, bei der Personenrettung im Katastrophenschutz, der vorschulischen Kinderbetreuung, in medizinischen und mikrobiologischen Laboratorien, in der Biotechnologie (u. a. bestimmte Bereiche der Arzneimittelherstellung), aber auch in Bereichen der Abfallwirtschaft, so bei der Entsorgung von Abfällen oder der Abwasserreinigung sowie in der Land- und Forstwirtschaft, in Biogasanlagen sowie in Betrieben der Futter- und Nahrungsmittelproduktion einschließlich Schlachtbetrieben. Grundsätzlich wird nicht jeglicher Kontakt mit Biostoffen erfasst, sondern es muss ein direkter Bezug zur beruflichen Tätigkeit und ihrem räumlichen Gefahrenbereich bestehen.

Wie wird der Schutz der Beschäftigten, ehrenamtlich Tätigen oder anderer Personen sichergestellt?

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes hat der Arbeitgeber die Gefährdung der Beschäftigten durch die Tätigkeiten mit Biostoffen vor Aufnahme der Tätigkeit auf der Grundlage der Biostoffverordnung fachkundig zu ermitteln.

Die Ermittlungspflichten umfassen insbesondere Identität und Eigenschaften der gehand­habten Biostoffe oder bei Tätigkeiten möglicherweise vorkommende Biostoffe und ihre gesundheitsgefährdenden Wirkungen. Weiterhin müssen die Tätigkeiten auch im Hinblick auf Betriebsabläufe, Arbeitsverfahren und eingesetzte Arbeitsmittel hinsichtlich möglicher Übertragungswege und Expositionsverhältnisse betrachtet werden.

Durch Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen gemäß der Biostoffverordnung und des technischen Regelwerkes ist die Sicherheit und Gesundheit des genannten Personenkreises sicherzustellen. Wenn möglich, hat der Arbeitgeber vor Aufnahme der Tätigkeiten gefährliche vorrangig durch nicht oder weniger gefährliche Biostoffe zu ersetzen. Arbeitsverfahren und Arbeitsmittel sind so auszuwählen oder zu gestalten, dass Biostoffe am Arbeitsplatz nicht freigesetzt werden. Die Exposition der Beschäftigten ist durch geeignete bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen auf ein Minimum zu reduzieren.  Zusätzlich sind, wenn erforderlich, persönliche Schutzaus­rüstungen zur Verfügung zu stellen, um die Gefährdung auszuschließen oder ausreichend zu verringern. Der Einsatz belastender persönlicher Schutzausrüstungen ist auf das unbedingt erforderliche Maß zu beschränken (keine Dauermaßnahme).

Merkblätter zum Thema Biostoffe

Information zur Anzeigepflicht

Anzeige Biostoffverordnung

Information zur Erlaubnispflicht

Erlaubnisantrag Biostoffverordnung

Sicheres Krankenhaus
Portal der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (Unfallkasse NRW)

Chemische Gefährdungen

Chemische Stoffe können in vielen Betrieben vorkommen. Sie können Hauptzweck eines Betriebes sein, wenn er solche herstellt. Sie können aber auch als „Nebenprodukte“, quasi ungewollt auftreten und als Gefahrstoffe zum Problem werden - nicht nur für die Umwelt, sondern vor allem für die Beschäftigten.

Zahlreiche Vorschriften regeln das Herstellen und Verwenden chemischer Stoffe und stellen verbindliche Anforderungen an Unternehmer, aber auch an die Beschäftigten selbst. Gleiches gilt für den Transport gefährlicher Güter auf der Straße oder Schiene. Die sichere Beförderung beginnt bereits bei ihrem Verpacken und dem Beladen der Fahrzeuge. Schon hier müssen Vorkehrungen getroffen werden, um Schadensfälle beim Transport zu verhindern oder den Schadensumfang so gering wie möglich zu halten.

Weitere Informationsquellen

Chrom(VI)-Exposition bei der Wartung und Reparatur von Turbinen und Motoren 
Flyer des TLV  

Kampf dem Krebs am Arbeitsplatz 
Flyer des TLV

Sicher Arbeiten mit Gefahrstoffen
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Hilfen für die Praxis bei Arbeiten mit Gefahrstoffen
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

GISBAU
Das Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft BAU

Handlungsanleitung zur Betonfertigteilherstellung
Handlungsanleitung zur guten Arbeitspraxis; Exposition von Beschäftigten gegenüber mineralischen Stäuben bei der Betonfertigteilherstellung 

 

Sachkunde für Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten mit Asbest

Sachkundenachweise, die bis zum 30.06.2016 nicht durch einen Fortbildungslehrgang verlängert wurden, sind ungültig und müssen durch einen Grundlehrgang nach TRGS 519 neu erworben werden.

Physikalische Gefährdungen

Klimatische Verhältnisse am Arbeitsplatz (Kälte, Hitze), Luft- und Lüftungsverhältnisse, Lärm, Vibrationen sind zwar unmittelbar mit einem konkreten Arbeitsplatz, einer konkreten Arbeitsstätte verbunden, aber in einer Vielzahl von gesetzlichen Regelungen dokumentiert und daher ein sehr komplexes Gebiet. Es geht darum, dass derartige gesundheitsbeeinträchtigende Einwirkungen vermieden oder zumindest vermindert werden.

Zu den physikalischen Einwirkungen, welche die Gesundheit der Menschen bei der Arbeit akut oder chronisch massiv gefährden können, gehören vor allem radioaktive und Röntgenstrahlung. Hierbei hat der Arbeitgeber umfangreiche Maßnahmen zu ergreifen, insbesondere sind die Dosisgrenzwerte einzuhalten und unnötige Strahlenexpositionen auch unterhalb der Grenzwerte zu vermeiden.

Das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz